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Dialekte gibt es unendlich viele. Die These Wittgensteins, nach der die Grenzen meiner Sprache auch die Grenzen meiner Welt bedeuten, erweist sich auch für den Bereich der Kunstsprache als
zutreffend. Die Versuchung, durch bloßes Nachsprechen der unterschiedlichsten Ausdruckformen und Dialekte der Kunstmoderne eine individuelle Artikulationsweise zu finden, darf nicht unterschätzt werden.

Das Moment des Graphischen, das der Betrachter in den Arbeiten von Isaila zunächst wahrnimmt,
wird zwar durch skripturale Zeichenhaftigkeit evoziert, diese Zeichen aber bis zur informellen
Unleserlichkeit kodiert. Einige Serien erinnern in ihrem zeichnerischen Duktus an fernöstliche
Kalligraphie. Aber hier besagt schon das serielle Erzählprinzip, daß es Isaila nicht nur um die
kultische Bedeutung des vereinzelten Zeichens geht. Es geht ihm um eine narrative Semantik und
Semiotik, das heißt, um den erzählerischen Ausdruck - und Bedeutungswandel der Zeichen.
Meditation ist etwas anderes als Kontemplation. Isaila meditiert im Akt des Zeichnens.
Im Malen sein, so sagt er es. Kunst als Seinsfindung.

Aus der Ruhe schafft er dann aber etwas zutiefst Beunruhigendes. Seine notenblattartigen
Zeichnungen zum Beispiel heben nur scheinbar zu einem Kanon an. Aber dann, wo Wieder-
holungen des Themas erwartet werden, entwickeln diese Zeichen ihre eigene Dynamik.
Sie fallen aus dem Ordnung und steigern sich, um bei der Musik zu bleiben, zuweilen zu einem Crescendo. Es mag an dem meditativen Kern von Isailas Arbeiten liegen, daß dieses Crescendo dennoch unendlich verhalten klingt. Er malt sich aus einem gebundenen System heraus, sucht nach einer Loslösung der Glieder und treibt sie, fast spielerisch, in die Emanzipation.
Die
Papierarbeiten von Ion Isaila verraten eine ähnliche Materialsensibilität wie auch die Bildtafeln mit ihrer founded form. Die kostbar wirkende Textur der sanft getönten Japanpapiere wird mit harten Strichen übermalt. Da wird nicht miteinander verwoben oder aufgesogen; die Wirkung ist vielmehr die eines Abhebens vom Grund. Dies umso mehr, da die Glieder der Zeichen in einer Bewegung sind.

 

Dr. Christiane Vielhaber