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Die schriftliche Flut mit ihrem ruckartig
abwechselndem Rhythmus liefert einen Gehalt lyrischer Ahnungen.
Das läßt sich bei graphologischer Betrachtung in der Schwingungder Striche sehen.
Ein emotionaler Strom befrachtet
den Duktus. Man erkennt das bereits an der Art, in der sich Stift
und Bogen berühren, so reich an Schattierungen der Intensität,
der Gespanntheit, der Modulation. Der zarten Farbgebung kommt dann
die Aufgabe zu, wie auch der schwerwiegenden Stofflichkeit eingekerbter
Bildflächen, diese sinnliche Dimension der Schrift zu steigern:
er brinkt das Sanfte und das Heftige hervor, das Weiche und das
Scharfe, deren Wirkungen jeweils chromatische Funktionen der Warm-Kaltskala
umschreiben oder unterstützen.
Er setzt ein Kontrapunkt vom nervigem Liniengewirr
und zögernden Pausen in Szene, von schleichender Biegung und
zuckender Windligkeit der Linie. So führt er ein seismologisches
Schauspiel des schreibenden Gebarens vor, die Geburt eines Alphabets
von Rhythmen. Die sinnende Hand vollzieht das Drehbuch des Sich-Ausdrückens:
Wesentlich ist allerdings nicht die Aussage, sondern das Aussagen.
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